Hand aufs Herz: Wann hast du dein Google Business Profile zuletzt aktualisiert? Nicht die Website, nicht Instagram – den Eintrag, der aufpoppt, wenn jemand in Ravensburg, Ulm oder Bad Saulgau nach genau deiner Dienstleistung sucht. Bei den meisten Betrieben, die ich mir anschaue, lautet die Antwort: irgendwann mal, vielleicht 2022. Öffnungszeiten von vorgestern, vier Fotos aus der Eröffnungswoche, Beiträge – keine. Dabei ist das Google Unternehmensprofil für lokale Unternehmen oft der allererste Kontaktpunkt. Noch vor der Website. Und was man dort posten kann, ist deutlich mehr als „Wir haben geöffnet”.
Warum der Eintrag mehr Pflege verdient als deine Startseite
Kurzer Realitätscheck aus meiner Arbeit: Bei einem Handwerksbetrieb im Landkreis Biberach haben wir nichts an der Website geändert – nur den Google-Eintrag drei Monate lang konsequent bespielt. Fotos, Beiträge, Antworten auf Bewertungen. Das Ergebnis waren spürbar mehr Anrufe direkt aus der Kartenansicht. Google bevorzugt Profile, die lebendig wirken. Ein Eintrag, der seit zwei Jahren still ist, sieht für den Algorithmus aus wie ein Laden mit heruntergelassenem Rollladen und ohne Licht, wenn man vorbeiläuft – da geht man ja nicht freiwillig rein, sieht ja eh geschlossen aus.
Wie das in ein größeres Bild passt, habe ich ausführlicher im Marketing für lokale Unternehmen beschrieben.
5 Dinge, die du auf deinem Google Business Profile posten kannst
1. Alltag statt Hochglanz
Das Team beim Aufbau auf der Baustelle, die neue Maschine, der erste Kaffee am Montag. Diese Beiträge sind schnell gemacht und wirken ehrlich. Gastro und Handwerk haben hier den größten Fundus – Dienstleister oft auch, sie denken nur nicht dran.
2. Angebote mit klarem Zeitfenster
Google hat dafür einen eigenen Beitragstyp. Nutze ihn mit konkretem Start- und Enddatum: Herbstaktion, Frühbucherrabatt, Probetraining im Januar. Ein Angebot ohne Frist klickt niemand. Eins, das am Sonntag endet, schon.
3. Neue Bilder und kurze Videos
Bilder werden tatsächlich angeschaut, bevor jemand anruft. Lade lieber alle zwei Wochen zwei gute Fotos hoch als einmal im Jahr vierzig. Kurze Videos von zehn bis zwanzig Sekunden funktionieren inzwischen erstaunlich gut – Querformat, Ton egal.
4. Öffnungszeiten rund um Feiertage und Sonderaktionen
Der unterschätzteste Punkt überhaupt. Verkaufsoffener Sonntag in Biberach, lange Einkaufsnacht in Ulm, Brückentag im Mai, Betriebsurlaub im August. Dasselbe gilt für Hoffeste und Märkte: Beim Kürbisfest auf dem Multerhof in Aulendorf ist der Hof an einem Sonntag von 11 bis 17 Uhr offen – wer solche Sonderzeiten nicht einträgt, steht bei Google schlicht auf „geschlossen”. Und ein Teil der Leute fährt dann gar nicht erst los – es steht ja geschlossen in Google!? Vor offiziellen Feiertagen fragt Google übrigens von selbst nach, ob die Zeiten stimmen. Aktuell geht’s um den 1. November, Allerheiligen. Einfach antworten, dauert zehn Sekunden.
5. Bewertungen beantworten
Zählt zwar nicht als „Beitrag”, wirkt aber genauso. Antworte auf jede Bewertung, auch auf die vier Sterne ohne Text. Bei Kritik gilt: sachlich bleiben, nicht rechtfertigen, Lösung anbieten. Das liest nämlich nicht der Verfasser, sondern der nächste Interessent.

Und was ist mit Bing?
Viele vergessen, dass Windows-Rechner und einige KI-Assistenten auf Bing-Daten zugreifen. Der Eintrag ist in zwanzig Minuten gemacht und läuft danach quasi von allein mit. Wie das geht, habe ich hier Schritt für Schritt aufgeschrieben: Unternehmen in Bing Karten eintragen.
Mein ehrlicher Rhythmus für kleine Betriebe
Einmal pro Woche ein Beitrag reicht völlig. Dazu monatlich frische Bilder und Bewertungen beantworten, sobald sie reinkommen. Ich blocke mir dafür freitags eine halbe Stunde, plane alles vor und gut ist. Perfektion brauchst du hier wirklich nicht – Regelmäßigkeit schlägt Hochglanz. Weitere Routinen aus meinem Arbeitsalltag findest du in meinen Praxis-Tipps.
Häufige Fragen zum Google Business Profile: Beiträge, Rhythmus und Sichtbarkeit
Wie oft sollte ich auf meinem Google Business Profile posten?
Ein Beitrag pro Woche ist für kleine und mittlere Betriebe ein realistischer und wirksamer Rhythmus. Wichtiger als die Frequenz ist die Regelmäßigkeit: Vier Beiträge in vier Wochen bringen mehr als zwanzig Beiträge in einer Woche und danach ein halbes Jahr Stille. Ergänzend solltest du mindestens einmal im Monat neue Fotos hochladen und Bewertungen möglichst innerhalb von zwei bis drei Tagen beantworten.
Wie lange bleiben Beiträge im Google Unternehmensprofil sichtbar?
Normale Beiträge mit Neuigkeiten bleiben in der Regel sechs Monate im Profil abrufbar, werden in der Hauptansicht aber schnell von neueren Beiträgen verdrängt. Angebotsbeiträge laufen zum hinterlegten Enddatum aus und verschwinden dann aus der aktiven Ansicht. Veranstaltungsbeiträge sind bis zum Ende des eingetragenen Zeitraums sichtbar. Deshalb lohnt es sich, Aktionen mit klarem Zeitfenster anzulegen statt als unbefristete Neuigkeit.
Bringen Beiträge im Google Business Profile wirklich mehr Kunden?
Beiträge sind kein direkter Ranking-Hebel wie Kategorien, Bewertungen oder die Entfernung zum Suchenden, sie wirken aber auf zwei Ebenen: Sie erhöhen die Interaktion im Profil (Klicks, Anrufe, Routenanfragen), und sie signalisieren, dass der Betrieb aktiv ist. In meiner Praxis mit Betrieben in Oberschwaben und am Bodensee sehe ich vor allem mehr direkte Anrufe aus der Kartenansicht, wenn ein Profil konsequent gepflegt wird.
Was sollte ich auf keinen Fall im Google Business Profile posten?
Keine Preislisten mit Fehlern, keine reinen Textwände ohne Bild, keine Beiträge mit Rechtschreibfehlern im ersten Satz – der wird nämlich in der Vorschau angezeigt. Außerdem tabu: Inhalte mit fremden Bildrechten, reißerische Rabattversprechen ohne Bedingungen und politische oder polarisierende Themen. Google entfernt zudem Beiträge, die ausschließlich aus Keywords oder Links ohne Mehrwert bestehen.
Muss ich mein Unternehmen zusätzlich bei Bing eintragen?
Sinnvoll ist es auf jeden Fall. Bing liefert die Kartendaten für Windows-Geräte und fließt in mehrere KI-gestützte Suchdienste ein, die lokale Ergebnisse ausspielen. Der Eintrag lässt sich teilweise direkt aus den Google-Daten importieren und ist in rund zwanzig Minuten erledigt. Danach genügt eine Kontrolle alle paar Monate.
Kann ich die Pflege des Google-Eintrags auslagern?
Ja, und für die meisten kleinen Betriebe ist das der praktikabelste Weg. Du vergibst eine Berechtigung als Manager, ohne die Inhaberrechte abzugeben – die bleiben bei dir. Üblich sind Monatspakete mit fester Beitragsanzahl, Bildpflege, Antworten auf Bewertungen und Anpassung der Öffnungszeiten zu Feiertagen oder verkaufsoffenen Sonntagen.


